Archive for the ‘Medien’ Category

“Familien-Blog” wird “Absolut Familie”

April 7, 2006

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Das Familien-Blog zieht um. Unsere neue Seite heißt Absolut Familie, die Adresse lautet absolutfamilie.de. Die Gründe für den Umzug sind ungefähr die gleichen wie bei einem Wohnungswechsel: Unter der neuen Adresse ist natürlich alles besser, schöner, größer.

Eine eigene Domain mit einem frischem Theme und optimierter Technik bietet einfach mehr Möglichkeiten, Inhalte zu erstellen und zu gestalten. Und natürlich die Chance, mehr Leser zu erreichen. Dazu soll zukünftig auch unser verbreitertes Themenangebot und die eine oder andere Überraschung beitragen. Ich hoffe, wir sehen uns wieder – auf Absolut Familie.

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Die Töchter der Toggo-Online-Familie

April 4, 2006

Die Online-Familie des Kinder- und Familiensenders Super RTL hat Zuwachs bekommen. Neben den bekannten Adressen toggo.de, toggolino.de und anderen Kinder-Angeboten gibts jetzt die Seite elementgirls.de. Der Auftritt wendet sich an Mädchen und ist ein angenehmer Gegenentwurf zu bravo.de – zarte Farben, zurückhaltendes Layout, wenig Promi-Klatsch.

Dafür gibt es eine ganz hübsche Aufteilung der Themen nach Mädchentyp: nach einem Test erfährt die junge Nutzerin, ob sie ein Erde-, Luft, Wasser- oder Feuer-Mädchen ist. Wobei das Erde-Mädchen der Familientyp ist, das Luft-Mädchen ein Medienjunkie, das Wasser-Mädchen kreativ ist und das Feuer-Mädchen ein Power-Girl.

Und was sind meine Töchter jetzt? Bei deren durchschnittlicher Verweildauer im Netz und vor dem Fernseher würde ich sagen: Luft!

Was ist eine Baby-Domain?

April 3, 2006

Man lernt ja nie aus, als Vater sowieso nicht: Eine Baby-Domain ist weder das Web-Länderkürzel für einen Zwergstaat noch eine Web-Repräsentanz, die in den Kinderschuhen steckt. Eine Baby-Domain ist Babys erste Webseite. In den USA investieren offenbar immer mehr Eltern nicht nur in Windeln, Brei und Bettchen, sondern auch in die mediale Präsenz ihrer Kids.

Dienste wie babypost.com bieten die eigene Domain fürs Kind, komplett gehostet mit Fotoalbum und Datenbank, für 59 Dollar pro Jahr an. Überweisen Eltern oder Großeltern also von der Geburt an einige Jahre für den Service, kommt irgendwann auch das Kind in den Genuss, die eigene Webseite zu sehen, zu verstehen, mit Inhalt zu füllen oder damit Geld zu verdienen (oder die ganze, bis dahin entstandene Web-Biografie einfach löschen).

Ein besonders schlauer Vater will schon jetzt mit der Baby-Domain seines Kindes Dollars machen: Auf lukeseeley.com bittet Vater Seeley um Spenden für den Collegeaufenthalt seines zweieinhalbjährigen Sohnes Luke. Wenn die Aktion Erfolg hat, richte ich sofort drei Webseiten unter dem Namen meiner Kinder ein. Auf Wunsch stelle ich auch eine Spendenquittung aus.

Homer schlägt Lotta

March 28, 2006

Hat die Familie Simpson doch noch eine Chance bei ProSieben? Die neue Telenovela "Lotta in Love", die seit gestern anstelle einer "Simpsons"-Folge läuft, hat einen echten Fehlstart hingelegt. Nicht einmal eine Million Zuschauer wollte die Serie mit Janin Reinhardt sehen. In der Zielgruppe (14 -49 Jahre) erreichte die Telenovela einen
Marktanteil von 12,7 Prozent – das ist bei dem Werbedruck und den hohen Erwartungen fast schone eine Katastrophe. Die "Simpsons" hatten auf dem selben Vorabend-Sendeplatz hingegen bis zu 16 Prozent geschafft. Jetzt müsste es doch bei ProSieben eigentlich heißen: "Simpsons reloaded!"

Brutale Videos auf Schülerhandys – wie Focus online eine brutale Nummer daraus macht

March 25, 2006

Auf deutschen Schulhöfen machen offensichtlich Gewaltvideos und Pornos die Runde – auf dem Handy. Die bayerische Staatsregierung überlegt bereits ein  generelles Handyverbot an den Schulen. Heute berichtet Focus online unter der Überschrift “Länder reagieren – Brutale Videos auf Schülerhandys” erneut über das Thema. Tenor: Die Öffentlichkeit ist schockiert, jetzt muss gehandelt werden.

Was genauso schockiert wie Pornos auf Schülerhandys, ist die Art und Weise, in der Focus online über das Thema berichtet. Die ist, vermutlich ohne Absicht, ein Musterbeispiel dafür, wie man journalistischen Content nicht mit Werbebotschaften des Kunden verbinden sollte.

Neben dem Artikel ist ein Banner geschaltet, der für den anonymen Download unzensierter Pornofilme wirbt, inklusiver halbnackter Dame. Eine mindestes unglücklich zu nennende Verbindung von Content und Werbung, die den journalistischen Beitrag der Seite konterkariert. Der Focus-Kunde wirbt für das, was der Focus-Artikel anprangert.

Die Krönung der Handy-Nummer sind jedoch die “innovativen” Werbeformen, die Focus im Artikel selbst einsetzt. Schlüsselwörter des Textes wie Handy und Video sind verlinkt – nicht etwa zu weiteren Hintergrundinformationen, sondern zu Popups einiger Werbepartner. Dabei ergeben sich Effekte, die nicht im Sinne der Kunden und schon gar nicht des Lesers sein können.

Beispiel: “Videos von Hinrichtungen, brutale Pornodarstellungen und andere bestialische Gewaltszenen machen mitunter bei Minderjährigen per Handy die Runde…” Klicke ich auf “Videos”, lande ich bei T-online, wo ich Unterhaltungsfilme herunterladen soll. Ob die jetzt auch Hinrichtungsfilme oder andere Gewaltstreifen im Angebot haben? Gehe ich auf “Handy”, lande ich im Handyshop von 02. Da kann man genau die Handys kaufen, mit denen vorlaute Schüler Filme böse Filme runterladen und rumzeigen können.

Da schert einen der Schulhof-Skandal gar nicht mehr.   

Was Frauen wollen und Jungen lesen

March 18, 2006

Mit guten Jugendbüchern ist es wie mit Schuhen: Für Mädchen gibt es eine Riesenauswahl, für Jungs nur wenige Modelle. In den Regalen der Buchhandlungen überwiegen die Mädchenbücher, Titel für Jungen sind Mangelware. Es stimmt zwar, dass Mächen mehr lesen als Jungen, es stimmt aber auch, das Jungen, die lesen wollen, kaum etwas auf dem Buchmarkt geboten bekommen, was sie interessiert. (more…)

Rettet die Simpsons!

March 15, 2006

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Die Simpsons sind die Lieblingsserie meines Sohnes. Die Simpsons sind Vater, Mutter und drei Kinder, wie wir. Die Simpsons sind die letzte traditionelle Kernfamilie, die es im deutschen Fernsehen gibt. Wir sind die letzte traditionelle Familie in unserer Straße, beinahe jedenfalls. Jetzt will ProSieben die Simpsons auf Kurzarbeit setzen. Ab 27.3. gibt es die Zeichentrickserie nur noch von 18.30 bis 19.00 Uhr, von 18 bis 18.30 Uhr läuft dann eine Telenovela. Es sei denn, diese Rettungsaktion hat Erfolg. Dann hat der Sohn der beinahe letzten Kernfamilie in unserer Straße wieder was zu lachen.

Baby-Schock

March 15, 2006

… titelt die “Bild”-Zeitung heute. Und verkündet eine Seite weiter: “In 12 Generationen sind wir Deutschen ausgestorben” – weil wir zu wenig Kinder machen. Aber “Bild” hilft uns auf die Sprünge – gleich unter der Baby-Schock-Story wird die Rettung aus höchster Nachwuchs-Not präsentiert: “Nur die Familie kann die Gesellschaft retten!”, weiß nämlich Michael Schirrmacher, der gerade in einer “Bild”-Serie sein neues Buch “Minimum” promotet. Gleich daneben verraten zwölf junge Frauen, warum sie gegen das Kinderkriegen sind – zum Beispiel, weil sie es schwierig finden, Kinder und Karriere unter einen Hut zu kriegen.

Mit diesem Thema müsste sich Bild-Chefredakteur Kai Diekmann eigentlich bestens auskennen, vielleicht besser als seine Redakteure. Er hat drei Kinder – und seine Frau arbeitet trotzdem. Frau Kessler schreibt Bücher (Bohlen), Kolumnen (“Für Sie”) und berät andere Chefredakteure (“InTouch”). Arbeit und Nachwuchs – geht doch. Und was im Hause Diekmann/Kessler geht, müsste doch auch anderswo in Deutschland funktionieren.

Der “Bild”-Baby-Schock wurde übrigens durch eine Studie des Berlin-Institus ausgelöst. Die Experten für Bevölkerung und Entwicklung haben auch eine Idee, wie man die Baby-Bremse bei bundesdeutschen Frauen lockern könnte – zum Beispiel durch die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist natürlich nicht der Stoff, aus dem “Bild”-Schocker sind.

Das Buch der Woche: “Minimum” von Frank Schirrmacher

March 12, 2006

minimum.jpg Frank Schirrmacher legt nach: Beschrieb er in seinem Bestseller "Der Methusalem Komplex" die Vergreisung der Gesellschaft, geht es in seinem neuen Sachbuch-Schocker "Minimum" um eine andere Dimension der demografischen Katastrophe. (more…)

Per Gesetz gegen jugendlichen Medienkonsum?

March 11, 2006

Jetzt reichts, Herr Pfeiffer. Seit Jahren versuchen Sie und ihr Kriminologisches Forschungsinstitut einer geneigten Öffentlichkeit aus verunsicherten Eltern und fahrlässigen Politikern weiszumachen, dass Fernsehen, Computer- und Konsolenspiele Teufelszeug in Kinderhand sind. Letztes Jahr erklärten Sie, zu viel Medienkonsum mache unsere Kinder dick und dumm, jetzt, pünktlich zur Cebit, fordern Sie, jugendlichen Umgang mit Fernseher und Computer durch Verordnungen und Schulgesetze einzuschränken. Denn wer bis zum Nachmittag in der Schule sitzen müsse, könne ja nicht zu Hause vor der Mattscheibe hocken. Sie glauben gar, Deutschland hätte den Pisa-Test bestanden, würden unsere Kinder nur nicht ständig daddeln, glotzen, zappen.

Verantwortungsvolle Eltern wissen längst, dass es bessere Beschäftigungen für den Nachwuchs gibt als fünfstündige Playstation-Sitzungen oder eine doppelte Ration Telenovelas täglich. Verantwortungsvolle Eltern glauben aber auch, dass man Medienkonsum nicht per Verordnung und Gesetz regeln kann. Und das auch Ganztagsschulen immer noch genügend Zeit zum heimischen Medienkonsum lassen.

Herr Pfeiffer, forschen Sie doch mal zu einem anderen Thema. Sonst schlagen Sie demnächst noch vor, unsere mediengeilen Kinder zwecks Therapie in Internate ohne Strom und Telefonanschluss zu schicken.