Archive for the ‘Familienleben’ Category

Kinder und Medien

April 26, 2006

Hätten Sie's gewusst: Unsere Kinder sitzen zwar täglich durchschnittlich 90 Minuten vor dem Fernseher, aber auch 333 Minuten in der Schule. Was Sie sonst noch tun, gibts hier zu lesen.

Was ist eine Baby-Domain?

April 3, 2006

Man lernt ja nie aus, als Vater sowieso nicht: Eine Baby-Domain ist weder das Web-Länderkürzel für einen Zwergstaat noch eine Web-Repräsentanz, die in den Kinderschuhen steckt. Eine Baby-Domain ist Babys erste Webseite. In den USA investieren offenbar immer mehr Eltern nicht nur in Windeln, Brei und Bettchen, sondern auch in die mediale Präsenz ihrer Kids.

Dienste wie babypost.com bieten die eigene Domain fürs Kind, komplett gehostet mit Fotoalbum und Datenbank, für 59 Dollar pro Jahr an. Überweisen Eltern oder Großeltern also von der Geburt an einige Jahre für den Service, kommt irgendwann auch das Kind in den Genuss, die eigene Webseite zu sehen, zu verstehen, mit Inhalt zu füllen oder damit Geld zu verdienen (oder die ganze, bis dahin entstandene Web-Biografie einfach löschen).

Ein besonders schlauer Vater will schon jetzt mit der Baby-Domain seines Kindes Dollars machen: Auf lukeseeley.com bittet Vater Seeley um Spenden für den Collegeaufenthalt seines zweieinhalbjährigen Sohnes Luke. Wenn die Aktion Erfolg hat, richte ich sofort drei Webseiten unter dem Namen meiner Kinder ein. Auf Wunsch stelle ich auch eine Spendenquittung aus.

April, April

April 1, 2006

Mein Sohn: "Wir haben die Mathearbeit zurückgekriegt."
Ich: "Und?!"
Mein Sohn: "Ich hab 'ne 5."
Ich: "Was??!"
Mein Sohn: "April, April!"

Und das vor dem ersten Schluck Kaffee.

Eltern – ratlos

March 30, 2006

"Sind Eltern heute zu ängstlich?", fragt die Brigitte in ihrer letzten Ausgabe und kommt in einer Umfrage zu dem Ergebnis, dass die Eltern dazu neigen, Gefahren für ihr Kind höher einzuschätzen, als sie tatsächlich sind. Viele Eltern sind scheinbar nicht mehr in der Lage, alltägliche Konflikte, Krisen und Fragen ohne Rat von außen zu lösen. Sie haben Angst vor dem Spielplatz – das Kind könnte sich verletzen. Sie wissen nicht, in welchem Alter das Kind allein zur Schule gehen kann. Sie haben Schwierigkeiten, eine harmlose Erkältung von einer ernsthaften Infektion zu unterscheiden. Sie sind immerzu besorgt – und ratlos.

Eltern investieren in Deutschland 750 Millionen Euro pro Jahr für Bücher und Zeitschriften mit Erziehungstipps. Amazon spuckt bei der Suche nach Erziehungsratgebern 1333 Treffer aus – von "Die Super Nanny – Glückliche Eltern brauchen Kinder" über "Babyflüsterer" bis zu "Richtig schimpfen – aber wie?".

Wenn schon viele Eltern nicht mehr wissen, wie sie mit Kinden umgehen sollen, kann man es den Kinderlosen da verdenken, wenn sie über die Fortpflanzung mehr als zweimal nachdenken? Zu wenig Kinder in Deutschland? Vielleicht. Auf jeden Fall zu wenig Mut und Menschenverstand, einfach das zu tun, was eigentlich schon seit Jahrtausenden funktioniert. Es ist doch gar nicht so schwierig.

Frau, berufstätig, Kinder

March 28, 2006

Freut euch, denn im kommenden Jahr geht ein wahrer Geldsegen über uns deutsche Eltern hernieder. Zumindest über eine Teilmenge. Für die wird es Elterngeld geben (bis zu 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens des zu Hause verbleibenden Elternteils, maximal 1800,-), die Kosten für Kinderbetreuung (vor allem, wenn beide Eltern arbeiten) können steuerlich besser abgesetzt werden. Insgesamt soll 2007 eine Summe von 460 Millionen Euro als Familienförderung unters Volk gebracht werden. Eine schöne Stange Geld. Das finden auch Industrie, Handel und die Anzeigenverkäufer großer Verlagshäuser.Das Branchenblatt "New Business" hat schon mal ausgemacht, wo das familiäre Konsumpotenzial denn nun genau liegt. Besonders attraktiv finden die "Business"-Experten die Teilzielgruppe "Frau, berufstätig, Kinder" – die berufstätigen Mütter haben beim Shoppen nämlich nicht nur Windeln und Babybrei im Sinn, sondern auch Interesse an höherwertigen Konsumgütern wie Videokamera, MP3-Player und Spiegelreflexkamera.

Fast vier Millionen verdienende Mütter verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 2000 Euro, 2,1 Millionen haben einen finanziellen Spielraum von über 250 Euro im Monat. Und dieses Geld wird ausgegeben, nicht nur für Dinge, die direkt den lieben Kleinen zugute kommen. Die schlichte "Business"-Erkenntnis lautet:

"Das öffentliche Leben und auch der Konsum von nicht Kind affinen Produkten hört auch bei berufstätigen Frauen mit Kind nicht auf."

Frauen erlauben sich eben auch ein menschliches Leben, wenn sie Mütter werden. Das weiß zwar jeder, der Familie bzw. eine mitverdienende Frau hat, aber nun wissen es auch die, die von der staatlich geförderten Familie leben wollen.

Promis bei Wasser und Brot

March 25, 2006

Die Ausrede der Woche. TV-Star Ralf Bauer (39) in der “Bild“: 

“Es wird immer schwieriger, Kinder zu ernähren. Ich kann für mich selber berufliche Entscheidungen treffen, könnte notfalls auch wochenlang von Brot und Wasser leben. Das möchte ich meinen Kindern aber nicht wünschen.”

Wann hat der den zuletzt von Brot und Wasser gelebt…

Ist Prince schwul?

March 24, 2006

prince.jpg

Heute Morgen, 7.05 Uhr, kurz vorm Frühstück, knapp vor der U-Bahn zur Schule.
Frage meines Sohnes, 10 Jahre: “Was ist denn das da für eine CD auf dem Tisch?”
Antwort: “Prince!”
Neue Frage: “Wie sieht der denn aus? Ist der schwul?”
Großer Gott! Wie soll man dem Jungen in 30 Sekunden den Unterschied zwischen einer Schwuchtel und einem “Sexy Motherfucker” erklären?

Die Familie als Minderheit

March 24, 2006

Man ahnte es ja längst, aber nun hat man es schwarz auf weiß: Von 336 000 Ehepaaren in Hamburg haben nur 149 000 Kinder. Davon haben gerade einmal 24 000 Paare drei Kinder. Zu dieser Minderheit in der Minderheit gehören wir also. Hamburg – wachsende Stadt, behauptet der Bürgermeister. Was wächst, sind die Container-Berge im Hafen.

Kindergeld vs. Kindergarten

March 23, 2006

Nun mal Butter bei die Fische, Herr Steinbrück: Der Finanzminister möchte was für Familien tun und kostenlose Kindergartenplätze, dafür will er das Kindergeld kürzen. Seine Rechnung: Mit etwa 6,- Euro Abschlag pro Monat und Kind beim Kindergeld hätte der Bund genügend Geld, die Eltern von den Kindergartenbeiträgen zu befreien. Klingt ganz gut, wenn man mal davon absieht, dass es große verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Vorhaben gibt. Aber Bedenken gibts immer.

Rechnen wir doch mal: Ein durchschnittlicher Halbtags-Kindergartenplatz kostet in Deutschland ca. 50,- Euro im Monat. In Hamburg beispielsweise zahlt man einkommensabhängig für eine vierstündige Betreuung zwischen 26,- und 153,- Euro. Das Kindergeld beträgt im Moment 154,- Euro monatlich. Springt dabei unterm Strich nun eine Ersparnis für die Eltern raus, wenn das Kindergeld gekürzt wird und der Kindergarten dafür gratis ist?

Kindergeld-Summe für 18 Jahre Leistung: 154 x 12 x 18 = 33.264
Für maximal mögliche 27 Jahre Leistung: 154 x 12 x 27 = 49.896

Kindergeld nach Steinbrück:
154 – 6 = 148
148 x 12 x 18 = 31.968 oder
148 x 12 x 27 = 47.952

Durchschnittlicher Kindergartenbeitrag für 3 Jahre:
1800,- (12 x 50 x 3)

Kindergeld heute minus Kindergeld nach Steinbrück (18 Jahre):
33.294 – 31.968 = 1326
Für 27 Jahre Kindergeld-Zahlungen sieht die Bilanz so aus:
49.896 – 47.952 = 1944

Fazit: Bekommen die Eltern 18 Jahre lang Kindergeld, ergibt sich ein Einspareffekt von 474,- Euro (1800,- minus 1326,-). Wird das Kindergeld 27 Jahre lang gezahlt, zahlen die Eltern defacto drauf, nämlich 144,- Euro (1800,- minus 1944,-). Herr Finanzminister, lohnt sich die ganze Aufregung bei dieser mageren Bilanz?

Verrückt nach Familie

March 21, 2006

Das sind wir auch. Die Konsumgüterindustrie sowieso. Die von der Familienmarke Rama in Auftrag gegebene, von Forsa durchgeführte und von der PR-Agentur Edelman verbreitete Studie “Verrückt nach Familie 2006” wollte wissen, warum sich Frauen immer häufiger für die Karriere und gegen Kinder entscheiden. Fazit der Befragung von 1000 Müttern: Viele Frauen fühlen sich hin- und hergerissen zwischen Familie und Beruf. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Zwei Drittel der befragten Mütter haben das Gefühl, sie stehen zwischen einem “Entweder-oder” was Kind und Karriere angeht. Nur ein Drittel der befragten Mütter hat den Eindruck, dass Kinder und Karriere gut zu vereinbaren sind.
Mütter wollen arbeiten! Aber: Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist Müttern sehr wichtig. 88 Prozent der befragten Mütter, die gegenwärtig nicht berufstätig sind, wünschen sich, zukünftig wieder beruflich tätig zu werden bzw. in ihren Beruf zurückzukehren. Neben der Erziehungsarbeit auch beruflich tätig zu sein, halten über 82 Prozent der befragten Mütter für wichtig oder sogar sehr wichtig. In Ostdeutschland ist diese Zahl noch höher – über 90 Prozent der Mütter dort halten die Kombination von Beruf und Erziehungsarbeit für wichtig und sehr wichtig. Über 90 Prozent aller Mütter sind der Meinung, flexible Kinderbetreuung bzw. Einrichtungen für flexible Kinderbetreuung leisten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen großen Beitrag. Drei Viertel der Mütter wären sogar bereit, Modelle zur flexiblen Kinderbetreuung auch selbst zu unterstützen – 56 Prozent der Mütter würden z.B. unentgeltlich mitarbeiten.
Mehr und flexiblere Kinderbetreuungsangebote können helfen. Jede dritte Frau gibt an, dass das Fehlen flexibler Kinderbetreuungsangebote ein Grund dafür ist, dass sie im Augenblick neben der Erziehungsarbeit nicht berufstätig ist. Allein erziehende Mütter haben es noch schwerer: Sie geben häufiger an, dass das Fehlen flexibler Kinderbetreuungsangebote ein Grund dafür ist, dass sie im Augenblick nicht berufstätig sind. 62 Prozent der Mütter wünschen sich zeitlich flexiblere Kinderbetreuungsangebote wie beispielsweise Betreuungsmöglichkeiten am Wochenende, in den Ferien oder länger am Abend.
Familie ist wichtig, denn Familie macht glücklich, gibt Kraft und sorgt als ruhender Pol für Ausgleich. Familie und Glück gehören eng zusammen. 92 Prozent der befragten Mütter geben an, dass die Familie sie glücklich macht – 85 Prozent der Mütter bestätigen, dass ihre Familie ihnen Kraft gibt. 73 Prozent der Mütter geben an, dass sie dank der Familie ausgeglichener sind.

Hintergrund der ganzen Margarine-Meinungsbefragung: Die Marke Rama unterstützt mit der Initiative “Mehr Kinder besser betreut” die Aktion “Lokale Bündnisse für Familie”.