Thema verfehlt – die müde Reaktion der Bundesregierung auf die UN-Inspektion

Die offizielle Stellungnahme der Bundesregierung zum vorläufigen Bericht des UN-Inspektors Vernor Muñoz – eine Luftnummer. Bundesbildungsministerin Schavan und der Berliner Schulsenator und KMK-Vize Böger klopfen sich trotz harter Kritik auf die Schulter und verweisen auf die “derzeitige durchgreifende Reformphase des Bildungssystems.”Auf die wesentlichen Kritikpunkte des UN-Experten gehen die Ministerin und der Senator nicht ein. Muñoz bemängelte vor allem, dass sich das deutsche Bildungssystem nicht an den Möglichkeiten der Kinder orientiert. Besonders hervorgehoben hatte Muñoz auch die negativen Folgen des Föderalismus auf die Bildungspolitik. Seine Empfehlungen unter anderem: der Besuch von Kindergärten müsse kostenlos sein, die Schüler dürften nicht schon nach der vierten Klasse auf die verschiedenen Schulformen verteilt werden.

Schavan und Böger blenden die Föderalismuskritik in ihrer Stellungnahme vollkommen aus. Kein Wort darüber, dass die in 16 Länder zerfallende Bildungslandschaft nmgebaut werden muss, kein Wort über die Mängel des dreigliedrigen Schulsystems und seine zu frühe Auslese. Kostenlose Kindergärten, um auch einkommensschwachen Familien und Kindern aus Einwandererfamilien den Zugang zur Bildung zu erleichtern? Frau Schavan “schwebt” da eine noch zu findende Verbindung von Kitas und Grundschulen vor.

Unsere Top-Bildungspolitiker – vollkommen losgelöst vom Boden der Bildungsmisere und mit dem Kopf in den Wolken. Mein Deutschlehrer nannte so etwas: Thema verfehlt.

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