Familienlektüre: “Die vier Schwestern”

Es gibt Bücher, bei denen man sich nach einer Fortsetzung sehnt. “Die vier Schwestern” erfüllen diese Sehnsucht sofort. In den vier Büchern des Schwestern-Zyklus’ von Malika Ferdjoukh erfahren wir von den Freuden und Leiden der fünf Schwestern Verdelaine.
Eigentlich sind sie ja zu fünft, aber Charlie, die Älteste, hat nach dem Tod der Eltern ihr eigenes Leben hintan gestellt und sich der Haushaltsführung und Erziehung verschrieben. Sie gehört somit schon zur Erwachsenenwelt – außerdem ist sie schon über 20. Und hier geht es ausschließlich um die Gefühlswelt jugendlicher oder vorpubertärer Mädchen. Die wird verdammt ehrlich geschildert. Als Leserin fühlt man sich in dieser recht chaotischen, elternlosen Verdelaine-WG gleich wie zu Hause. Sind doch die Charaktere sehr feinsinnig gezeichnet, obwohl es sich hier um Unterhaltungslektüre handelt.

Besonders bemerkenswert sind zwei Dinge: Zum einen, dass dieses Buch ein französisches ist, aber leichter zugänglich ist als man es von französischer Literatur erwartet. Ferdjoukh bevorzugt einen eher britischen Stil mit Wortwitz und Situationskomik.

Zum anderen leben diese Geschichten auch von dem schönen Gedanken, dass die verstorbenen Eltern allen fünf Kindern der Familie Verdelaine erscheinen, sobald diese Entscheidungen treffen müssen. Natürlich wissen die Schwestern von ähnlichen Erlebnissen ihrer Geschwister nichts. Denn wer redet schon außerhalb des notwendigen Informatiuonsaustauschs mit seinen Geschwistern.

“Die vier Schwestern (1): Enid”
Eine windschiefe Villa am Meer mit klappernden Fensterläden, ächzender Heizung und knarzenden Wendeltreppen – und mittendrin eine Handvoll Mädchen. Das riecht förmlich nach windzerzausten Abenteuern, turbulentem Zickenkrieg und abgrundtiefen Geheimnissen.

Liebevoll kümmert sich Enid, die jüngste der Schwestern, um ihr Eichhörnchen Blitz und die Fledermaus Swift, die in einem alten Baum im Garten der Villa wohnen. Als der alte Riese im Herbststurm auf den Brunnen kracht, fürchtet Enid um das Leben ihrer beiden Freunde. Sie schleicht in der finsteren Nacht in den Garten hinaus – da ertönt ein gespenstisches Klagegeheul, dem Enid, trotz furchtbarer Angst, auf den Grund gehen muss. Wie gut, dass ihr Freund Gulliver in schwierigen Situationen stets an ihrer Seite ist.

“Die vier Schwestern (2): Hortense”
Hortense, die Träumerin unter den Schwestern, verbringt die meiste Zeit mit Büchern – mit denen, die sie liest und mit denen, die sie selbst schreibt. Sie führt ein absolut geheimes Tagebuch, das auf keinen Fall eine ihrer Schwestern lesen darf! Nur ihm vertraut sie an, dass sie nicht immer eine von vielen sein will und dass sie Schauspielerin werden möchte. Ob sich das wohl verwirklichen lässt?

“Die vier Schwestern (3): Bettina”
Bettina Verdelaine, die mit ihren vier Schwestern in der alten Villa Hervé lebt, ist eigentlich die Draufgängerische der fünf Schwestern. Eigentlich – denn nun ist Bettina in Merlin verliebt und muss eine bittere Enttäuschung erleben.

Auch bei ihren Schwestern steht die Welt Kopf: Hortense macht sich Sorgen um ihre leukämiekranke Freundin, Geneviève trägt ein Geheimnis mit sich herum und Charlie steht plötzlich zwischen zwei Männern. Überdies lässt ihnen ihr kleiner Cousin Harry, der aus Paris angereist ist, keine Ruhe. Nicht jede der Schwestern findet am Ende des Buches eine Lösung für ihr Problem. Aber dafür gibt es den vierten Band.

Im dritten Band ihrer Reihe “Die vier Schwestern” beschreibt die mit bereits mehreren Preisen ausgezeichnete Autorin Malika Ferdjoukh wieder mit angenehmer Leichtigkeit die Jugend von fünf normalen und doch so außergewöhnlichen Mädchen – von Anfang an mitreißend und doch am Ende nicht zu rasant.

“Die vier Schwestern (4): Geneviève”
Der Sommer ist da, und alle Schwestern bis auf Geneviève und Charlie sind ausgeflogen. Bettina macht mit ihren besten Freundinnen Urlaub auf dem Land und verliebt sich erneut, während Hortense und Enid ihre Tante in Paris besuchen. Aber die Tante ist nicht der Hauptgrund, weshalb Hortense unbedingt nach Paris wollte.

Geneviève und Charlie verbringen derweil vermeintlich ruhige Ferien in der Villa Hervé. Charlie ist immer noch im Liebeskummer versunken, und Geneviève entdeckt mit ihrer Strandbekanntschaft Vigo die Liebe für sich. Doch Vigo ist nicht immer ehrlich…
Am Ende kommt es jedoch so, dass alle glücklich vereint sind – und nicht nur die Schwestern!

Das vierte und letzte Buch der Reihe “Die vier Schwestern” ist zweifellos das beste, denn es ist romantisch, lustig, traurig und dramatisch – genau wie das Leben selbst.

Die “Schwestern”-Bücher sind so leichthändig, witzig, einfallsreich und manchmal bissig geschrieben, wie ein Alltag unter Schwestern eben aussieht. Mit unendlicher Wärme und großem Charme nimmt sich Malika Ferdjoukh der Gefühlswelt junger Mädchen und Frauen an. Bernadette Ott hat die Bücher aus dem Französischen in eine deutsche Sprache übersetzt, die ganz nah an der gesprochenen Sprache unserer Kinder ist.

“Enid”, “Hortense”, “Bettina” und “Geneviève” aus der Reihe “Die vier Schwestern” von Malika Ferdjoukh sind für Mädchen ab 11 Jahren geeignet und zum Preis von 10 Euro (“Enid”) und 12 Euro (“Hortense”, “Bettina”) bzw. 13 Euro (Geneviève) im Carlsen Verlag erschienen. Übersetzung von Bernadette Ott, Umschlaggestaltung von Moni Port

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One Response to “Familienlektüre: “Die vier Schwestern””

  1. Jones Says:

    hi,

    Ich weiß nicht, ob das hier so gut reinpasst, aber ich habe auch eine Webseite, die ich in andere Sprachen übersetzen möchte, bis jetzt wurde mir nur eine Agentur dazu empfohlen: Webseite übersetzen

    hat noch jemand gute Erfahrungen gehabt?

    Danke

    gruß

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