Bayern bewegt sich

Die CSU streitet über ihr Frauenbild, meldet die Netzeitung. Sechs junge Bundestagsabgeordnete wenden sich in einem Aufruf gegen das Vorhaben, im neuen  CSU-Grundsatzprogramm das Frauenbild der Partei der Gegenwart anzupassen. Die Sechs fordern, dass “das traditionelle Familienbild als unverrückbares politisches Leitbild” bestehen bleibt. Das Ideal der jungen Abgeordneten, alle zwischen 27 und 35 Jahre alt (vier Männer, zwei Frauen!): Frau, Mann und Kinder.

Dem widerspricht CSU-Generalsekretär Markus Söder in der heutigen Süddeutschen. Der Staat dürfe nicht mit einem moralischen Zeigefinger das Familienbild definieren. Seine Parteikollegin Beate Merk, stellvertretende CSU-Vorsitzende, fordert ihre Partei auf, ihr traditionelles Familienbild zu überdenken. Auch die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) erwartet von ihrer Partei ein modernisiertes Frauenbild.

Die Äußerungen der Partei-Modernisierer passen nicht zusammen mit einer Erklärung des familienpolitischen Sprechers der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Johannes Singhammer (CSU, 52, sechs Kinder) beharrt auf der traditionellen Rolle von Mann und Frau. Auf der Webseite der CSU-Landesgruppe erklärt er heute: “Dem Wohl des Kindes entspricht die traditionelle Familie mit Vater und Mutter am besten.” Weiter behauptet Singhammer: Eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes sei nur möglich in einer traditionellen Familie.

Wie es scheint, gibt es noch erheblichen Diskussionsbedarf in der CSU. Aber immerhin: Die Dinge sind in Bewegung.

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