Scheidung light

Die Bundesregierung will das Familienrecht reformieren. Scheidungen sollen vereinfacht werden – sind sich die Partner einig und keine Kinder im Spiel, reicht künftig die Abgabe einer Erklärung bei Gericht. Keine Anwälte, kein Verfahren. Das in Bürokratie-Deutschland mal etwas schneller, einfacher und billiger wird, ist eine angenehme Überraschung. Gut so.

Die nächste Überraschung: Nicht einmal die CSU hat etwas gegen die Scheidung light. Die bayerische Justizministerin Beate Merk unterstützt die Pläne ihrer Bundeskollegin Zypries (SPD). Natürlich dürfe aber der Stellenwert der Ehe in keiner Weise durch das neue Verfahren relativiert werden. Ein frommer Wunsch. Wenn eine Scheidung künftig so einfach ist wie ein Austritt aus dem Kegelverein, ist die Ehe nichts weiter als ein Gemeinschaftunternehmen auf Zeit. Hat sich das Familienbild der CSU etwa klammheimlich der Gegenwart angepasst? Neulich, bei der Reform des Steuerrechts, hatten die Bayern noch darauf bestanden, die traditionelle Familie (die Frau dient zu Hause, der Erzeuger verdient) zu fördern. Wenn die gestandenen Kerle der CSU merken, was die Merk da abnickt, gibt es eine Rolle rückwärts in Sachen Scheidung. Jede Wette.

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