Archive for February, 2006

Mächtige Frauen im Lippenstift-Dschungel

February 28, 2006

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Jetzt ist er da, der neue Roman von “Sex and the City”-Erfinderin Candace Bushnell. Glamouröser Titel, schicker Umschlag – “Lipstick Jungle” sieht ganz nach einem gehobenen Frauen-Abenteuer in den besten Kreisen aus. Oder ist es doch nur “standard chick lit”, also Hühnerkram, wie die New York Post vermutete? (more…)

Lehrer kritisieren: “Eltern nehmen sich zu wenig Zeit für ihr Kind”

February 27, 2006

Zugegeben, mit Lehrern haben wir es nicht so. Wenn man drei Kinder in der Schule hat, wird man nicht unbedingt zum Fan dieser Berufsgruppe. Aber wer Kritik austeilt, muss auch einstecken können. Notfalls auch Kritik von Lehrern. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hat jetzt 500 Lehrer an deutschen Schulen gefragt, was sie von den Erzieher-Qualitäten der Eltern halten – nicht viel. (more…)

Frau Pieper bloggt

February 27, 2006

Für die FDP konnte man sich ja noch nie erwärmen, für deren Ex-Generalsekretärin Cornelia Pieper schon gleich gar nicht. Aber nun mischt sie beim Thema Bildungspolitik und Föderalismusreform mit und ihre Partei auf. In ihrem Blog fordert sie, man gönnt sich ja sonst nichts, einen nationalen Bildungspakt. Daraus wird natürlich wieder nichts, aber die Stoßrichtung stimmt schon mal: “Die Föderalismusreform wird die Zersplitterung der Bildungslandschaft verstärken”, ergo fordert die stellvertretende Parteivorsitzende der Liberalen eine Reform der Reform. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Auch wenns dem Guido nicht passt.

Familienkino: Die besten DVDs

February 26, 2006

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Mit der ganzen Familie ins Kino gehen? Das kann teuer werden. Gehen Sie doch stattdessen in die Videothek um die Ecke. Denn dort stehen einige gute Familienfilme im Regal. Das Beste auf DVD für die ganze Familie – sechs Tipps fürs Heimkino. (more…)

Familien-Zahl der Woche: 44 Prozent falsche Schulempfehlungen

February 26, 2006

Die frühe Aufteilung der Schüler auf die verschiedenen Schulformen Gymnasium, Realschule und Hauptschule ist schon lange umstritten. Viele Experten, zuletzt der UN-Inspektor Muñoz, sind der Ansicht, dass die frühe Auslese nach der vierten Klasse das Bildungspotenzial der Kinder nicht ausschöpft. Eine Zahl scheint das zu belegen: Nach neueren Untersuchungen sind bis zu 44 Prozent der Schulempfehlungen, die nach der vierten Klasse ausgesprochen werden, schlicht falsch. “Man hat den Eindruck, dieses Resultat wird vom Schulsystem nahezu aufgezwungen”, so Muñoz.

Leere Klassenzimmer

February 24, 2006

Im laufenden Schuljahr gibts 118 900 Schüler weniger als im Vorjahr, das ist ein Minus von 1,2 Prozent. Nicht weiter schlimm? Doch. Denn der Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken – die deutschen Klassenzimmer leeren sich. Wohin das führt, ist in Mecklenburg-Vorpommern schon heute zu besichtigen. Dort hat sich die Schülerzahl innerhalb von zehn Jahren nahezu halbiert, von etwa 300 000 auf aktuell 157 000. Die Folge: Schulen werden geschlossen, Klassen zusammengelegt, viele Kinder werden künftig mehr als eine Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen müssen, um in die nächstgelegene Schule zu kommen. Schon schlimm.

(Familien)kino: “Elementarteilchen”

February 24, 2006

“Die Familie ist das sinnvollste Lebensmodell. Eine Generation, die sich um die nächste kümmert”, sagt Moritz Bleibtreu in einem Interview in der neuen GQ zu seinem Film “Elementarteilchen”. Die Verfilmung des “Skandalromans” von Michel Houellebecq – ein Familienfilm? Nicht direkt. Aber vielleicht ist es einfach nur ein guter Film – dem Feuilleton zum Trotz. (more…)

Die Schulden der Jugend

February 23, 2006

Wie beruhigend, denkst du. Nur sechs Prozent der Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren haben Schulden. Und wenn sie Schulden haben, ist nicht die Handyrechnung Schuld, sondern der Griff zum Fast Food, denn die Mahlzeit im Schnellimbiss ist der Hauptgrund dafür, dass die Kids in der Kreide stehen. Sagt die aktuelle Studie “Jugend und Geld 2005”, die gestern vorgestellt wurde. Auftraggeber der Studie sind u.a. die Bitkom, der Verband der IT-Branche, und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Da werde ich dann doch unruhig. Die Mitglieder von Bitkom und VATM leben schließlich auch von dem, was die Kids mit ihrem Mobiltelefon so anstellen, SMS, MMS, UMTS, von Klingeltönen ganz zu schweigen. Schwer vorstellbar, dass diese Studie ein geschäftsschädigendes Ergebnis hätte haben können – so in der Richtung “Kinder geben zu viel fürs Handy aus”.

Der Staat spart, die Eltern zahlen

February 23, 2006

Die staatlichen Ausgaben für Schulbücher und Lernsoftware sind 2005 bundesweit von 244 Mio. Euro auf 228 Mio. gesunken. Damit setzt sich ein jahrelanger Trend fort. 1991 hatten die öffentlichen Haushalte noch ca. 400 Mio. Euro in neue Lernmittel investiert. Diese Entwicklung hat zwei Konsequenzen: In einigen Bundesländern sind die Schulbücher überaltert, in anderen werden die Eltern zur Kasse gebeten, um die Ausgabenkürzungen auszugleichen und Neuanschaffungen zu sichern. So erklären sich in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und teilweise auch in Bayern die Zahlen: Dort müssen die Eltern die Bücher zahlen, die Lernmittelfreiheit ist praktisch abgeschafft.

Mittlerweile kann man davon ausgehen, das die privaten Ausgaben für Schulbücher (dazu kommen noch Mittel für Arbeitshefte, Kopien usw.) höher sind als die öffentlichen Leistungen. Eltern in Deutschland geben also weit über 200 Mio. Euro jährlich für Schulbücher aus. Wenn man so will, auch ein Beitrag zur Familienförderung – allerdings ein negativer.

Hass, Beifall und Massendemonstrationen

February 22, 2006

“Geiles Buch, endlich wird offen gesagt, was Schüler und Eltern denken.”
“Endlich eine die mich versteht!”
“Das Bildzeitungsproletariat klatscht Beifall – armes Deutschland.”
“Niveaulos!”
Leserstimmen auf der Webseite des Knaur-Verlages zum “Lehrerhasserbuch”. Ein Buch, das polarisiert wie kein zweites zurzeit. Landauf, landab wird diskutiert, gestritten, gepöbelt, Eltern gegen Lehrer, Lehrer gegen Eltern. Oft auch unter der Gütellinie. Ein selbst ernannter “Journalisten- und Elternhasser” (offensichtlich ein Lehrer) gibt gar zu Protokoll, das Buch sei “wie die heuchlerischen, hysterischen Massendemonstrationen der Moslems dieser Tage” und sogar “radikaler als die Islamisten.” Da hört der Spaß auf, egal wie man “Das Lehrerhasserbuch” finden mag. Aber lesen Sie selbst – ein erhellender Einblick in die Gemütslage von leidenden Eltern, gestressten Familien und tief getroffenen Pädagogen.