Nun mal Butter bei die Fische, Herr Steinbrück: Der Finanzminister möchte was für Familien tun und kostenlose Kindergartenplätze, dafür will er das Kindergeld kürzen. Seine Rechnung: Mit etwa 6,- Euro Abschlag pro Monat und Kind beim Kindergeld hätte der Bund genügend Geld, die Eltern von den Kindergartenbeiträgen zu befreien. Klingt ganz gut, wenn man mal davon absieht, dass es große verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Vorhaben gibt. Aber Bedenken gibts immer.
Rechnen wir doch mal: Ein durchschnittlicher Halbtags-Kindergartenplatz kostet in Deutschland ca. 50,- Euro im Monat. In Hamburg beispielsweise zahlt man einkommensabhängig für eine vierstündige Betreuung zwischen 26,- und 153,- Euro. Das Kindergeld beträgt im Moment 154,- Euro monatlich. Springt dabei unterm Strich nun eine Ersparnis für die Eltern raus, wenn das Kindergeld gekürzt wird und der Kindergarten dafür gratis ist?
Kindergeld-Summe für 18 Jahre Leistung: 154 x 12 x 18 = 33.264
Für maximal mögliche 27 Jahre Leistung: 154 x 12 x 27 = 49.896
Kindergeld nach Steinbrück:
154 – 6 = 148
148 x 12 x 18 = 31.968 oder
148 x 12 x 27 = 47.952
Durchschnittlicher Kindergartenbeitrag für 3 Jahre:
1800,- (12 x 50 x 3)
Kindergeld heute minus Kindergeld nach Steinbrück (18 Jahre):
33.294 – 31.968 = 1326
Für 27 Jahre Kindergeld-Zahlungen sieht die Bilanz so aus:
49.896 – 47.952 = 1944
Fazit: Bekommen die Eltern 18 Jahre lang Kindergeld, ergibt sich ein Einspareffekt von 474,- Euro (1800,- minus 1326,-). Wird das Kindergeld 27 Jahre lang gezahlt, zahlen die Eltern defacto drauf, nämlich 144,- Euro (1800,- minus 1944,-). Herr Finanzminister, lohnt sich die ganze Aufregung bei dieser mageren Bilanz?